Tattag

B. Tattag

Am 08. Februar 2004 erreichte uns die Nachricht, dass Herr B.mit einigen unbekannten Personen dabei war, die Waren und das Mobiliar ( ortsgebundene Sicherheiten ) zu verpacken, um sie an einen anderen Ort zu bringen. Der Anrufer war mein Nachbar, der bereits selbst mehrfach die Polizei informiert hatte, dass er "einen Diebstahl in Vollzug bei ausgeschaltetem Licht im Laden" beobachten würde, woraufhin aber niemand erschien. Daraufhin rief ich über die Nummer 110 die Berliner Polizei, um mit deren Hilfe die Unterschlagung der Sicherheiten mittels Wahrung des Status Quo zu unterbinden. Ich hätte das auch mit Hilfe von Freunden privat tun können, sozusagen in Notwehr. Aber in naivem Vertrauen in die Umsicht der Beamten und zu meinem fassungslosen Erstaunen und späteren Entsetzen spielte sich dann folgendes, durch Zeugen bestätigtes Geschehen ab: Die beteiligten Beamten teilten mir mit, dass es sich um eine zivilrechtliche Sache handeln würde und sie nicht zuständig wären. Die ihnen vorgelegten eindeutigen Dokumente des Kaufes und dessen Konditionen nahmen sie nicht zur Kenntnis. Eine Anzeige nahmen sie trotz mehrfacher Aufforderung nicht entgegen. Ich darf wohl von einem eindeutigen Dienstvergehen ausgehen. Der Status Quo hätte gehalten werden müssen, und sei es nur wegen unklarer Rechtslage, was mittlerweile von Mitarbeitern der Senatsinnenverwaltung schriftlich bestätigt wurde. Nun, außerdem wurde mir aktives Handeln mittels Freundeskreis verboten, angeblich, „um möglichen Körperverletzungen vorzubeugen“ Ich wurde wörtlich in meinen Räumlichkeiten festgehalten.. Ich und mittlerweile meine im Laden eingetroffene Frau und einige Zufallsbesucher wurde also in der Notwehrsituation behindert und handlungsunfähig gemacht. Ich habe dauernd darauf hingewiesen, dass gerade ein Diebstahl entgegen des vertrages begangen wird und der Vorgang unbedingt gestoppt werden muss. Nach einiger Zeit waren das gesamte Inventar und der Warenbestand verladen, der Laden besenrein. BESENREIN ! Man hatte noch nicht einmal die Personalien der Täter festgestellt Einer von den Mit-Tätern teilte mir später mit, dass er nur ein Bekannter des Haupt-Täters B. und Polizeibeamter sei, immerhin entschuldigte er sich. Er hätte nun nach unserem Gespräch ein schlechtes Gewissen uswusf. Ganz klar ist, dass nur durch das Unterlassen und Behinderung meinerseits durch die Beamten dieser Schaden überhaupt eintreten konnte, der ja in der Folge eine Unmenge von Folgeschäden nach sich ziehen würde, was mir sofort am Abend klar war. Die prognostizierten Schäden, vor denen ich die Beamten jedenfalls in den ersten überschaubaren Positionen prinzipiell warnte, betrugen ca.:

Wenn Sie diese Summe 300000 EUR nun gedanklich wieder auf 6 Jahre verteilen, kommt ein ganz stinknormales Jahreseinkommen von 50000 EUR heraus. Insofern ist die Aufstellung der Realkosten als auch der Ausgleichszahlungen sicher nicht überzogen. Aus Dankbarkeit trete ich die Summe im Rahmen von Teilentschädigungen/Schenkungen gleichmässig an meine 3 Familienangehörigen ab.

Konkret werfe ich den beteiligten Beamten (zwei Schutzpolizisten) folgende Verstösse vor:

Es stellt sich nun folgende Fragen :

WARUM haben die Polizisten so gehandelt, wie sie eben gehandelt haben?

Aber es kam schlimmer, wie im weiteren beschrieben. Dass ich wie gelähmt und fassungslos war, lässt sich denken. Wie ich später kreativ neue Designs entwarf und Schritt für Schritt den Laden wieder in die Gewinnzone führte, ist mir und vielen meiner Kunden heute noch schleierhaft. Jedenfalls ging das nur mit Unterstützung meiner Frau, treuer Kunden und in VOLLER KONZENTRATION auf eine einzige Sache: Erhaltung der Überlebensfähigkeit des Geschäftes incl. der Erhaltung des für den eigentlichen Geschäftsablauf nicht notwendigen Lehrlings aus rein zwischenmenschlichen Erwägungen. Unser gesamtes liquides Kapital war aufgebraucht /gestohlen/veruntreut, Wareneinkauf zur Neuerrichtung der Zigarrenstrecke oder Ausstattung des leergeräumten Ladens nicht möglich, Konzentration also auf selbsthergestellte Produkte mit Erhöhung der Rendite und mit sinkendem Umsatz. Ich konnte mich nur und ausschliesslich um diese Sache und ausserdem um die Vorbereitung der juristischen Auseinandersetzung kümmern. Ich konnte einfach nicht mehr tun, war verletzt, gedemütigt, fassungslos und phasenweise schwer depressiv. Nur meiner Frau verdanke ich im Grunde, das ich das alles irgendwie überstanden habe. Bis jetzt jedenfalls.

Das Allerschlimmste des Tages war meine Ohnmacht und die erzwungene Untätigkeit mehrerer Stunden, während der ich das Ausräumen des kompletten Ladens und das Abfahren des Transporters mit den nicht bezahlten Möbeln, dem Humidor und der kompletten Ware beobachten musste, aber in meinem Teilbereich körperlich festgehalten wurde. Das war ehrlich traumatisch, zumal mir während der Zeit klar war, was nun alles passieren würde: Zahlungsausfall, Finanzamt, Zahlungsunfähigkeit, Klagen , Arbeitsausfall , Verdienstausfall und eine Menge Ärger zur Wiederbeschaffung unseres Eigentums.

Allerdings konnte ich mir an dem Tag noch nicht vorstellen, dass die beteiligten Beamten selbst und auch deren Vorgesetzte nichts unversucht lassen würden, um die Vorfälle zu vertuschen . Dass es aber so perfide werden würde, wie es dann wurde und dass meine Familie und ich jahrelange Existenzbedrohung bis heute ertragen müssen und völlig diskreditiert und demoralisiert wurden und werden, das sprengte damals mein Vorstellungsvermögen.

Ich kann mir bis heute nicht erklären, warum diese beiden Schutzpolizisten dermassen konsequent gegen die Vorschrift handelten, warum sie meine Hinweise nicht beachteten und doch hätten wissen müssen, dass sie den Vorgang des Entwendens der Ware und des gesamten Mobiliars hätten stoppen MÜSSEN. Es kann einfach kein Lapsus gewesen sein, das passiert nicht "einfach so aus Unachtsamkeit". Viel schlimmer ist aber dann das Verhalten der Kollegen und Vorgesetzten danach...