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Glauben

Jeder glaubt an etwas, mancher glaubt zum Beispiel :

Die Leute glauben viel, Glauben fängt da an, wo Wissen aufhört und umgekehrt, an der Grenze tummeln sich die Forscher und Denker. Die Erforschung des eigenen Glaubens macht Vergnügen. Hören Sie auf die Gespräche in intellektueller Runde oder am Stammtisch, der häufigste Satz ist: "...jaja, aber ICH GLAUBE das und das..." Die zynisch-arroganten "Wissenden" glauben halt, dass sie wüssten... Wahre Weisheit liegt im Bekenntnis, dass man ohne Glauben keine Chance auf Überleben hat. Man glaubt ganz einfach, dass es ein MORGEN gäbe... Man glaubt, man hätte IRGENDEINEN SINN. Man glaubt, man sei etwas Besonderes, etwas Heiliges, am Besten in der Abgrenzung vom verachtenswerten Allgemeinen, vom unheiligen mainstream... Das ist man auch und gleichzeitig nicht... Ich glaube, dass das GLAUBEN an etwas lebensnotwendig ist, man würde sich ansonsten dauernd aufgeben und den Tod in Kauf nehmen... Glauben scheint mir also etwas Gutes, Stabilisierendes zu sein, Glauben an ein höheres Wesen nun aber wieder ist eine andere Sache...

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Zunächst möchte ich feststellen, dass ich die meiste Zeit meines Lebens, auch heute, mehr FÜR ETWAS als GEGEN ETWAS verbracht habe. Primär setze ich mich FÜR ETWAS ein. Sekundär dann natürlich im Sinne dessen GEGEN ETWAS. Das ist das Gegenteil von Stammtisch-Nörgelei.

Diese Homepage beschäftigt sich zwar mit dem Engagement gegen ZUstände, aber das Ziel ist ja das positive Ergebnis, also das FÜR, zB Aufklärungsbereitschaft, echter sauberer Korpsgeist, Situation meiner Familie, ... uswusf. Das ist sozusagen der erste Glaubenssatz: Primär bin ich FÜR etwas und sekundär GEGEN das, wes dem FÜR schadet... Ich bitte das nicht misszuverstehen. Also: Ich glaube, dass es besser ist, zunächst FÜR etwas zu sein und dann zu überlegen, GEGEN was man konsequenterweise dann natürlich gleichzeitig sein muss... wertekonservativ=rechts=rechtsextrem zu definieren, ist einfach, das aber zu hinterfragen und dann die möglicherweise erkannten tatsächlichen Probleme selbst in den Focus zu nehmen, ist etwas schwieriger... noch schwieriger im heutigen Mainstream ist es, dann die Herkunft der Erkenntnis offenzulegen... oder: Solidarität=Links=Realsozialismus=Gulag zu definieren ist einfach, das auseinanderzuhalten ist etwas schwieriger, auch wieder wegen des heutigen Mainstreams. Ich bin z.B. ganz sicher, dass Herr Westerwelle, wenn er denn mit der Bahn fahren will, einen Flächentarifvertrag der Bahnmitarbeiter sehr begrüssen MUSS, wenn der zur Pünktlichkeit und Beförderungsqualität der Bahn beiträgt, was wegen des Fahrplanverbundes nur FLÄCHENDECKEND funktionieren kann oder GAR NICHT. Die Bahn hat also neben der Effizienz einen wesentlichen sozialen, gesellschaftlichen Auftrag: Sie hat eine auch gesellschaftlich definierte Transportaufgabe, stellt geforderte Mobilität sicher, verbindet Menschen, erfüllt sozusagen AUCH hoheitliche Aufgaben. Teile der Bahn dürfen auf gar keinen Fall einem reinen Renditeauftrag unterworfen werden. Die Berliner S-Bahn ist ein gutes Beispiel für den Niedergang einer zeitweilig vordringlich irgendwelchen Renditeforderungen unterworfenen ÖFFENTLICHEN INSTITUTION. Schlussendlich kommt Folgendes heraus: Die politische Mitte ist tatsächlich das wichtigste Moment der politischen Stabilität. Wenn sie aber auf den Diskurs mit der sie umgebenden objektiven Realität, auch in Bezug auf das Meinungsspektrum von Bevölkerungsgruppen verzichtet, fördert sie damit direkt extremistische Ansichten und später eben auch Aktivitäten. Derzeit agiert man noch mit Denkverboten, das ist ein Fehler.

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Ich gebe ein drastisches Beispiel für Glauben, weil eben an diesem Beispiel gerade meine Tochter mit mir und Gut und Böse hadert: Ich glaube, dass die Tötung von etwa 6 Millionen jüdischer, völlig unschuldiger Menschen stattgefunden hat. Das ist gesetzte Wahrheit, eine Zahlendifferenzdiskussion ist unzulässig, weil nicht wesensverändernd am Verbrechen. Ich glaube aber GLEICHZEITIG, dass einige Planer dessen sich solidarischer aktiver befürwortender verbrecherischer aktiv-unterstützender Mittäterschaft und -arbeit von Teilen der europäischen christlich-katholisch geprägten Völker sicher waren, sozusagen dachten, ein Europa unter deutscher Vorherrschaft durch diesen Solidaritätseffekt befördern zu können. Ich glaube weiterhin GLEICHZEITIG, dass es nicht legitim ist, andere der Vernichtung preisgegebene Gruppen wegen der Zahlendifferenz der Opfer weniger im Focus zu haben, denn auch diese Zahlendifferenz ist nicht wesensverändernd . Ich glaube daher, dass man ein anderes Wort finden muss für das, was heute Judenmord geheissen wird. Ich glaube GLEICHZEITIG, dass ich persönlich mit meinen Kindern absolut und relativ ÜBERHAUPT KEINE SCHULD HABE DARAN. Das sind aber nur die Vorgedanken. Ich denke, glaube GLEICHZEITIG an so etwas wie ein Vermächtnis des Geschehenen, sei es nun der Suizid meiner Mutter oder ein geschichtliches Geschehen und positioniere mich im Fall der speziellen Geschichte meiner Grossvatergeneration praktisch in folgender Konsequenz:

  1. Dieses Geschehen ist ein Verbrechen, die bedeutendsten Vorraussetzungen waren u.a. die allgemeine verfluchte Gleichgültigkeit gegenüber zunächst WERTEN (dann Menschen gegenüber) und die Verführbarkeit der Masse, wenn der WERT AN SICH einmal verloren ist... ( Verlust von Empathie z.B.)
  2. Man muss eine dem Hund ähnliche diesbezügliche Beisshemmung als humanistische Grundkonstante wieder oder eben neu einführen, das geht nur über WERTE, es geht nur über Wiedereinführung des Gewissens , wobei dieses "Gewissen" humanistisch geprägt sein muss. Da und an dieser Stelle fängt ALLES an. Es ist etwas Mentales. Es sitzt im Bauch, es muss wieder oder endlich zum Instinkt werden: DAS GEHT NICHT. ICH KANN ES NICHT. ICH BRINGE ES NICHT ÜBER MICH. Das lässt sich einfach nicht juristisch festmachen. Es muss rational und emotional von Führungspersonen ausgehen.
  3. Die Verführbarkeit der Massen ist mir aus erlebter Praxis wohlbekannt. Wegen dieser Gefahr das gesamte Prinzip von einzelverantwortungsübernehmender Führung jedoch zu zerstören, das ist ein riesiger Fehler. Die Menschen wollen Identifikationsfiguren sehen, jeder will das Wort Gottes aus dem Munde des Messias HÖREN und nicht in der Bibel auf dem Nachttisch selber lesen, vor allem wegen der notwendigen kollektiven Emotion sozial organisierter Lebewesen, so wie es der Mensch nun einmal ist.. Wenn die verantwortungsvollen Führungspersönlichkeiten fehlen oder nicht sichtbar werden, entstehen eben Ersatz-Führerlein, so einfach ist das. Es muss IDENTIFIZIERBARE FÜHRUNG her, so schnell wie möglich. Diese Führung muss bereit sein, PERSÖNLICHE Verantwortung zu übernehmen. Man darf den Führenden aber nicht so einfach gewähren lassen. Darum muss es immer ein mit Vollmachten ausgestattetes Pendant zur Führungspersönlichkeit geben. Führung muss kontrollierbar und trotzdem eigenverantwortlich wirksam sein. . . Wir haben es also wieder einmal mit Balancen zu tun, die im Moment schlecht ausgeprägt sind. Die sogenannte Mitte tötet alles, was nach Souveränität und Führungsqualität auch nur entfernt riecht, SOFORT. Schade um Sie, Herr Merz.
  4. Am allerschlimmsten aber ist die abgestumpfte Gleichgültigkeit, die eben aus schlechter, ent-emotionalisierter Führung herrührt und aus einem falschen Freiheitsbegriff noch dazu: Jeder denkt, er könnte sich aus der Sozietät befreien, er könne sagen: Ich bin nicht MIT-verantwortlich, ich kümmere mich um mich und nur um mich... Wenn das wieder einreisst, steht der Verhaftung des Nachbarn nichts mehr im Wege.

Diese Grundüberlegungen zum Gegenstand "Glauben" versetzen mich in eine gute Position: Ich gehe schlicht und einfach im ganz kleinen eigenen Mikrokosmos gegen etwasvor, was ich als übergreifendes Grundübel ansehe, da wo ich eben bin und je nach Situation und soweit ich eben kann. Meistens jedoch ist es Für-Etwas-Sein...Das wird nicht als Revolution daherkommen, nein, das wird sich einfach bei den Familiengesprächen oder im Laden ergeben: Weg mit der Gleichgültigkeit, weg damit, einfach dort, wo man eben ist.... Und immer und immer wieder komme ich auf etwas zurück: Schau Dir nicht die Statistiken an, 5 oder 6 oder 7 Millionen, NEIN: Lies das Buch ANNE FRANK oder SCHINDLERS LISTE , weil nur so am Einzelbeispiel das entsteht, was wir brauchen: WERT als MENTALITÄT. WERTE SIND IM BAUCH ZU HAUSE. Wir brauchen einen demokratischen Werte-und Rechtstaat. Daran glaube ich. Und deshalb unter anderem nutze ich den selbsterlebten eigenen Einzelfall. Weil, gottverflucht die Ursachen GANZ GENAU DIESELBEN SIND: Gleichgültigkeit, falscher Korpsgeist, moralische Verantwortungslosigkeit, Duckmäusertum, stille Billigung, nicht vorhandenes Auflehnen, sekundäres Gewissen... Tja, daran glaube ich... Und deshalb bin ich gelegentlich ein Gegner des reinen juristisch durchorganisierten Pragmatismus', diese Art von Pragmatismus tötet, zunächst Werte , dann Menschen. Es ist so wie es ist: Wenn wir Deutschen 2010 unsere Probleme lösen wollen, müssen wir in Bezug auf z.B. Zusammenhalt und Stolz zu den Juden gehen und einfach fragen, wie sie das alles geschafft und überstanden haben, diese Art von Standhaftigkeit hat universelle Bedeutung. Fertig. Deshalb habe ich mich vor einigen Tagen an den Zentralrat der Juden in Deutschland gewandt. Ich will wissen, wie sie es geschafft haben. War es Religion oder ein anderes, übergreifendes Wertesystem, meinetwegen im Verbund ? Wie sehen sie es in Bezug auf "Gleichgültigkeit"? Wie ging es weiter nach der Daspora, als plötzlich das eigene Land im Focus stand und dieses jahrtausendealte, zusammenhaltende Wertesystem auf den Prüfstand der Praxis internationalen Rechts, des Rechts zwischen Staaten gestellt wurde ? Ist es nun leichter oder schwerer geworden, die objektive Realität in dieser Balance zu reflektieren ? Das sind Fragen, die mich bewegen.Ich bin froh, dass auch meine Kinder diese Fragen stellen. Es gehört ein gewisses Mass an Mut dazu. Auf diesen Mut meiner Kinder bin ich als Vater stolz, wohlbemerkt in dem ganz kleinen Mikrokosmos der Familie, der aber das ganze Universum widerspiegelt..

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Kürzlich hatte ich einen schönen Diskurs mit einem netten jungen Etnologen, einem sehr gebildeten und umgänglichen Doktoranden, der sich in Afrika engagiert und pragmatisch agiert, wenn er muss, ein prächtiger Mensch also, der wirklich umfassende Bildung sucht. Wir kamen wieder einmal ins Gespräch, kamen diesmal auf Rassen und er meinte, es gäbe Untersuchungen, dass es eigentlich gar keine Rassen gäbe...Wegen geringerer Genvarianz ausserhalb als innerhalb. Zu deutsch: Die Genvarianz innerhalb der Äthopier und innerhalb der Mitteleuropäer ist grösser als die Varianz zwischen Äthiopiern und Mitteleuropäern.... Ich bin zunächst einmal der Meinung, dass die Schönheit einfach im Unterschied, sowohl der Rassen und auch der Geschlechter als auch überhaupt, liegt. Da definieren doch schon wieder so ein paar Vereinfacher Unterschiede einfach weg... Klar, es ist natürlich einfach, Rassendiskriminierung einfach per Definition der Unmöglichkeit der Diskriminierung mangels Rassen abzuschaffen. Was ist das wieder ? Dann werden eben die Diskriminierer einfach andere Merkmale suchen, wie zum Beispiel das Rauchen oder Nichtrauchen... Nein, nein, zu kurz geschossen, es geht um Diskriminierung und nicht um Rassen-an-sich. Ich glaube an die Existenz und Gleichberechtigung und Schönheit von Verschiedenheit an sich, also was soll das ? Sollte aber der Vergleich in der genetischen Varianz von Hunderassen ebenso ausfallen und sich plötzlich herausstellen, dass mein Gordon Setter einem Dackel genetisch ähnlicher ist als dem Gordon Setter von Herrn Meier, dann würde ich sagen, dass der Vergleich der Genvarianzen dann eben NICHT ausreicht, um Rassenunterschiede per se wegzudefinieren. Ein Dackel ist ein Dackel und ein Gordon Setter ist ein Gordon Setter. Fertig. Es sind verschiedene Rassen, ein Glück auch ! Nebenbei gesagt finde ich Dackel einfach HERRLICH :-) Überhaupt sind Hunde eine gute Lebensschule: Sie sind LOYAL.... Meiner ist noch dazu, rassebedingt, absolut SENSIBEL... und trotzdem schussfest. Vielleicht könnte man sagen, dass Hunde einen tiefsitzenden, unzerstörbaren ANSTAND haben ? Und dass wir sie deshalb so lieben ?

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